08. Dezember 2018

Die 5 Elemente im Karate

Die Philosophie des alten China beeinflusst neben der Medizin auch die Kampfkünste. Dabei wird oft von der Lebensenergie Qi (jap. Ki) gesprochen. Der Fluss des Qi ist wichtig, denn wenn dieser gestört ist, entstehen Krankheit und Zerstörung. Ist der Körper mit seinem Qi im Einklang, kann er sich selbst helfen und Krankheiten heilen. In der Kampfkunst soll das eigene Qi gestärkt und das des Gegners gestört werden.

Das Konzept des Qi, der Lebensenergie, kennt mehrere wichtige Themen. Eines davon ist das der Elemente. Sie spielen eine wichtige Rolle in der Kampfkunst. Man kennt im wesentlichen fünf Elemente. Diese sind Holz (im indogermanischen System wird es als Windelement bezeichnet), Feuer, Erde, Metall und Wasser. Alle Elemente sind miteinander verbunden und jedes steht in engem Kontakt mit den anderen.

Holz/Wind:

schnell, viel Bewegung, Sprünge, Ausweichen;

Das Element Holz/Wind steht auch für die Kindheit und das zugeordnete Gefühl ist die Wut und der Zorn.


Feuer:

sehr schnell, explosiv, blitzartige Techniken, Kiai;

Das Element Feuer ist auch das Element der Jugend (Party) und das ihm zugeordnete Gefühl ist die Liebe.


Erde:

sehr stark, Festigkeit, Stärke, kraftvolle Techniken (z.B. Haltegriffe), Hebel;

Das Element Erde gilt als Symbol für das junge Erwachsenenalter und das ihm zugeordnete Gefühl ist die Sorge.


Metall:

Das Element Metall zu erklären ist nicht ganz einfach, weil es in der Kampfkunst am meisten missverstanden wird. Metalltechniken sorgen für Klarheit. Im indogermanischen bezeichnet man dieses Element auch gerne als Raum, Äther oder Leere. Das Element Metall steht für das spätere Erwachsenenalter und das im zugeordnete Gefühl ist die Trauer.


Wasser:

stark, fließende Bewegung, Eindringen, Würfe

Das Element Wasser ist das Element für das Seniorendasein und das ihm zugeordnete Gefühl ist die Angst.


Kein Element kommt ohne die anderen aus, was sich auch in den Zyklen verdeutlicht. Man unterscheidet zwei Zyklen. Zum einen den Ernährungszyklus und zum anderen den Kontrollzyklus. Der Ernährungszyklus, der im Uhrzeigersinn verläuft, besagt, dass sich die Elemente gegenseitig ernähren und fördern. Mit Holz kann man Feuer machen. Die Asche des Feuers ernährt die Erde. Die Erde bringt die Metalle hervor. Weil sich auf abkühlendem Metall Kondenswasser bildet, ging man davon aus, dass Metall das Wasser ernährt. Wasser dient als Nahrung für die Pflanzen (Holz) und lässt sie wachsen. So ernähren sich die Elemente gegenseitig.

 

Beim Kontrollzyklus wird gesagt, dass ein Element das andere in dieser Reihenfolge kontrolliert, wobei immer ein Element übersprungen wird. Die Reihenfolge der Elemente stellt sich wie folgt da: Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser. Holz kontrolliert die Erde, weil die Pflanzen das Erdreich festhalten. Die Erde kontrolliert das Wasser, sowie ein Damm. Wasser kontrolliert Feuer, weil das Wasser Feuer löschen kann. Feuer kontrolliert das Metall, weil das Feuer Metall schmelzen kann. Metall kontrolliert das Holz, weil man mit einem Werkzeug aus Metall Holz sägen kann.

 

Mithilfe dieser beiden Zyklen leben die Elemente immer im Einklang. Sie ernähren und kontrollieren sich gegenseitig. Der Einklang der Elemente ist verbindbar mit Yin-Yang. Yin ernährt und zerstört Yang und Yang ernährt und zerstört Yin. Yin und Yang vernichten und erschaffen sich gegenseitig. Ohne Yin kann Yang nicht existieren und ohne Yang kann Yin nicht existieren.